Ernährung

Ernährung und Krebs. Was kann ich für mich tun?

Fast jede Frau möchte gern etwas aktiv tun während der Krebstherapie. Man fühlt sich den ganzen Behandlungen einfach ausgesetzt, so dass man durch irgendwas die Kontrolle bekommen will in dieser Zeit. Krebs verändert bei den meisten Betroffenen den Blickwinkel auf die eigene Ernährung. Das bisherige Leben im Allgemeinen.

Man beschäftigt sich nun ausführlicher mit seinen Mahlzeiten, weil man wissen will, was vertrage ich während der Therapie und was tut dem Körper in dieser schwierigen Zeit gut bzw. unterstützt ihn. Zudem  lenkt man sich ab durch das Kochen und Zubereiten von Mahlzeiten. Ein Stück Normalität im Krebsalltag.

Fest steht jedoch noch eins, auch eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung sind keine Garantie nicht an Krebs zu erkranken und somit auch nicht „schuld“ an der eigenen Erkrankung.

Es ist bekannt, dass eine unausgewogene Ernährung neben Krebs zur Entstehung verschiedenster anderer Krankheiten beitragen kann wie Bluthochdruck, Diabetes Typ II, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Übergewicht, Gicht, Rheuma etc. Neueste Forschungen zeigen in Ansätzen sogar den Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Nervenerkrankungen wie Parkinson, ALS, Alzheimer etc. Die Ernährung wirkt sich vor allem dann negativ auf die Gesundheit aus, wenn zu einer hohen Kalorienaufnahme weitere ungesunde Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, emotionaler Stress sowie die Nutzung von bspw. Kosmetika mit Mikroplastik, Parabenen und hormonellen Inhaltsstoffen dazukommen. Der schädigende Effekt von Alkohol gilt in der Forschung übrigens als gesichert. Der Konsum von Alkohol ist an der Entstehung von Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leberkrebs, Dick- und Enddarmkrebs sowie Brustkrebs beteiligt.

Übergewicht (Adipositas) sollte strikt vermieden werden sowohl vor als auch nach dem Krebs.

Man weiß, dass der sog. „Bauchspeck“ wie eine Drüse arbeitet und Faktoren freisetzt, die die Abwehr gegen Krebszellen vermindern. Die Ernährung hat also direkten (durch bestimmte Lebensmittel) und indirekten (durch Übergewicht) Einfluss auf das Krebsrisiko. Ingesamt betrachtet weiß man , dass eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Ballaststoffen, wenig rotem und verarbeitendem Fleisch, wenig verarbeitenden Lebensmitteln, wenig Alkohol und viel Bewegung das Risiko an Krebs zu erkranken signifikant senkt. Es ließen sich laut WHO (World Health Organisation) dadurch rund 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Industrieländern vermeiden.

Vor der ersten Chemotherapie sind eigentlich fast alle Betroffenen verunsichert, was sie erwartet. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfungen und Durchfall sind in beinahe jedem offiziellen Ratgeber thematisiert, werden vom Arzt im Aufklärungsgespräch benannt und auch im Internet findet man mehr als genug dazu. Es gibt spezielle Kochbücher für Brustkrebs oder Krebs im Allgemeinen, die Rezepte für die o.g. Symptome beinhalten.

Doch die Massen an Informationen erschlagen einen zu Beginn der Therapie meist nur und es wird im Verlauf oftmals nicht besser. Wenn man dann irgendwann an dem „Punkt“ eigene Ernährung angekommen ist, überlegt man, wie man am besten herangeht an die Wissensvielfalt. Lesen, recherchieren, Notizen anfertigen, Fachliteratur kaufen, Nutzung sozialer Netzwerke für dieses Thema, Seminare, Webinare oder gar eine Ernährungsberatung? Es gibt spezielle onkologische Ernährungsberater, die einem in der Therapie wirklich sehr gut unterstützen können. Die meisten Betroffenen gehen diesen Weg aber nicht und versuchen es lieber allein oder im Austausch mit anderen Betroffenen. Unsere Erfahrungen haben zudem leider gezeigt, dass in der Schulmedizin nicht sehr viel Aufklärung zu dem Thema betrieben wird, was natürlich diverse Gründe hat. Bei vielen kommt das Thema Ernährung daher oft erst in der Anschlussheilbehandlung oder Reha auf.

Wir möchten hier auf unserer Seite versuchen für das Thema Ernährung im Allgemeinen ein größeres Bewusstsein zu schaffen und auf spezielle Therapiesituationen mit einigen Tipps und Rezepten einzugehen.

Die Frage, die man sich vor jeder Mahlzeit (auch Snacks) stellen sollte (sofern man therapiebedingt dazu in der Lage ist) lautet: Tue ich meinem Körper damit wirklich etwas Gutes?

Beiträge

Brokkolisalat

Roter Smoothie